Preisträger
Hyparschale Magdeburg – Symbol für Erhalt statt Abriss
Einreicher
CARBOCON GMBH
Verantwortliche Ingenieurbüros
Projektleiter Planung Verstärkung/Instandsetzung: CARBOCON GMBH
Konventionelle Tragwerksplanung: Prof. Rühle Jentzsch und Partner GmbH, Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH
Ausführende Baufirma
Standortleiter Karrié Bauwerkserhaltung GmbH
Bauherr
Kommunales Gebäudemanagement Magdeburg
Architekt
gmp · Architekten von Gerkan,
Marg und Partner
Deutschland
Die Hyparschale in Magdeburg, errichtet 1969, zählt zu den bedeutenden Ingenieurbauwerken des 20. Jahrhunderts und gilt als eine der größten Schalenkonstruktionen ihrer Art. Das ikonische Bauwerk, entworfen von dem international renommierten Schalenbaupionier Ulrich Müther, besteht aus vier hyperbolischen Paraboloiden mit einer stützenfreien Spannweite von 48 × 48 m und einer Betondicke von lediglich 7 cm.
Die Hyparschale ist ein Wahrzeichen der Stadt Magdeburg und ein wichtiges Zeugnis der modernen Baugeschichte. Der Erhalt des Bauwerks hat daher einen besonderen Stellenwert. Im Vergleich zu Abriss und Neubau oder einer klassischen Spritzbetonergänzung ist die gewählte Instandsetzung die nachhaltigste Lösung, da durch den gezielten Eingriff Ressourcen geschont und Emissionen eingespart werden. Darüber hinaus leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Baukultur und zur städtebaulichen Aufwertung des Areals. Nach langem Leerstand kann das Gebäude wieder genutzt werden und ist identitätsstiftend für das Stadtbild.
Zum Zeitpunkt der Instandsetzungsplanung lagen massive Schäden durch Feuchtigkeit und Frost sowie ein Tragfähigkeitsdefizit von rund 50 % vor. Um das denkmalgeschützte Bauwerk zu erhalten und zugleich seine strukturelle Leistungsfähigkeit zu sichern, wurde eine lediglich 1 cm dünne Carbonbetonschicht als hochleistungsfähige Verstärkung aufgebracht. Besonders hervorzuheben ist, dass in diesem Projekt die speziellen Materialeigenschaften von Carbonbeton gezielt ausgenutzt wurden und diese die Aufgabenstellung in überzeugender Weise erfüllen. So konnte die sensible Schalenstruktur materialeffizient und dauerhaft ertüchtigt werden, bei vollständigem Erhalt der ursprünglichen Formsprache.
Die Sanierung verbindet vorbildlich denkmalpflegerischen Anspruch, ingenieurtechnische Innovationskraft und nachhaltige Bauweise. Die Jury würdigt das Projekt als herausragendes Beispiel dafür, wie wegweisende, historische und zur Entstehungszeit innovative Ingenieurbaukunst mit modernen Technologien weitergetragen und für kommende Generationen gesichert werden kann, und verleiht der Sanierung der Hyparschale Magdeburg den Ernst & Sohn Ingenieurbaupreis 2026.





















